Pam & Wally

11. Dezember 2011

Vorweg eine kurze Begriffsdefinition:
WWOOF = Willing Working On Organic Farms

Für etwa 50 Dollar kann man sich beim WWOOF-Portal einkaufen und hat dort ein facebook-ähnliches Profil, um sich der Welt, vor allem aber möglichen WWOOF-Hosts zu präsentieren. Wenn man gerade in der Stimmung ist, Kühe zu melken, Obst zu pflücken, für den Haushalt zu sorgen oder einfach nur Einheimische kennenzulernen und mit ihnen zusammen unter einem Dach zu wohnen, kann man E-Mails an die verschiedene Hosts schicken. Für etwa 4 Std “Arbeit” pro Tag bekommt man anstelle von Lohn Essen und Unterkunft; die Länge des Aufenthalts wird vorher besprochen. Eine nette und bei Backpackern wahnsinnig beliebte Möglichkeit, das Land und das Kiwi-Leben kennenzulernen und zusätzlich ein wenig Geld zu sparen.

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Nach einigen Absagen und ca. 12 verschickten Mails bekam ich endlich eine erste positive Antwort: Pam und Wally, ein älteres (62 und 65) Ehepaar aus der Nähe von Alexandra, könnten meine Hilfe für kommende Woche gut brauchen und heißen mich Herzlich Willkommen.
Mein belgischer Freund und Begleiter bekam ebenfalls einen WWOOF-Platz in einem Weingut; wir trennten uns also für eine Woche.
Wie sich herausstellte, betreiben Wally und Pam eine Himbeerfarm und ein Gartencafé in ihrem riesigen Rosengarten mit selbstgemachten Beereneis, Kuchen und anderen Leckereien. Ich wurde herzlichst in ihrer grünen Oase begrüßt und fühlte mich von Anfang an wie zu Hause.

Der Ablauf eines “Arbeitstages”:
8:00   Aufstehen
8:45   Arbeiten
10:30 Tea-Time mit Wally
11:15 Arbeiten
12:30 Lunch
13:30 Arbeiten
15:00 Arbeitsende: Eis, Eisschokolade, Kuchen o.ä. bei Pam im Café
17:30 Couchfernsehen mit Wally, Chips und einem kühlen Bier
18:30 Dinner
19:30 Dessert                                              

Meine “Arbeit” bestand aus Sträucher-Binden, Bäume-Stutzen, Unkraut-Jäten, Rechen und Wally-beim-Autoreparieren-Helfen. Ich hatte ein eigenes Quad  zur Verfügung und konnte mir so viel Zeit lassen, wie ich wollte.
Die freien Nachmittage verbrachte ich hauptsächlich mit Entspannen, In-der-Sonne-Verbrennen und einem Fahrradausflug ins totlangweilige Städtchen Alexandra. Um der Hasenplage Einhalt zu gebieten, gingen Wally und ich sogar zwischen den Himbeersträuchern mit seinem Sniper mit Schalldämpfer auf Hasenjagd – keine Sorge: unsere Treffsicherheit lies noch deutlich zu wünschen übrig.
Am letzten Abend kletterten Wally und ich schließlich noch mit seinem reparierten Truck über Stock und Stein – nichts für schwache Nerven! – auf den nahegelegenen Berg und hatten eine bombastische Aussicht über die ganze Region.

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Ich lebte eine Woche lang wie der König, hab’ mindestens 3 Kilo zugenommen und wäre gerne noch deutlich länger geblieben, wenn ich nur mehr Zeit in Neuseeland hätte.

Danke für eure tolle Gastfreundschaft, danke für das leckere Essen und danke für diese großartige Woche.
Oder mit Wallys Worten: “Look at that: it’s just amazing!”
Ich werde euch vermissen!

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